Die Capoeiragruppe Chapéu de Couro wurde 1983 von Mestre (Meister) Corisco (José Olimpio Ferreira da Silva) gegründet. Sie ist die älteste Capoeiragruppe in Recife, Pernambuco.
Von Mestre Corisco ausgebildete Professoren unterrichten sowohl in Recife, als auch in Düsseldorf und Köln (Deutschland). Hier in Deutschland unterrichtet seit August 2001 “Contra-Mestre” Nego, der seit der Gründung von Chapéu de Couro Coriscos Schüler ist. Auch die Gruppen außerhalb Brasiliens stehen in engem Kontakt mit ihrem Meister in Recife und versuchen dessen traditionelle Anschauung und Philosophie weiter zu vermitteln und zu bewahren.
Die Capoeiragruppe Chapéu de Couro hält sich an die “graduação das sete cordas”, also die Graduation durch sieben Kordeln. Die Kordeln, die vom Meister verliehen werden, sind nicht nur eine Auszeichnung für das Können des Schülers, vielmehr sollen sie ihn auf seiner Reise durch das Leben und durchs Capoeira begleiten. So spielt für den Erwerb einer Kordel nicht nur das Sportliche eine Rolle, sondern auch andere Fähigkeiten, wie z.B. Singen oder das Beherrschen eines Instrumentes. Zusätzlich symbolisieren die Kordeln verschiedene Stationen in der Geschichte der Sklaverei:
1. Grad: corda azul (blaue Kordel)
Die Farbe des Orixás Yemanjá, Göttin des Meeres, bzw. des Salzwassers und bedeutet die Fahrt der afrik. Sklaven über das Meer nach Brasilien.
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2. Grad: corda marrom (braune Kordel)
Die Farbe Xangós, des Gottes von Blitz und Donner, aber auch des Kampfes. Dies steht für das Aufbegehren der Sklaven gegen ihre Herren.
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3. Grad: corda verde (grüne Kordel)
Die Farbe Oxossis, des Gottes des Waldes und der Jagd. Steht für die Wälder, die als Zufluchtsorte der Sklaven dienten.
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4. Grad: corda amarela (gelbe Kordel)
Die Farbe Oxúns, Göttin des Süßwassers und der Flüsse. Symbolisiert die Geburt der Schwarzen in Freiheit, wie die Quelle eines Flusses. Dann stürzt jedoch diese Freiheit wie ein Wasserfall hinab in Unterdrückung und Versklavung.
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5. Grad: corda roxa (violette Kordel)
Die Farbe Yansáns, Göttin der Winde und der Unwetter. Symbolisiert den Kampf der entflohenen Sklaven ums Überleben in den quilombos.
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6. Grad: corda vermelha (rote Kordel)
Die Farbe Ogúns, Gott des Krieges. Symbolisiert den Kampf der Sklaven gegen Verfolgung, Unterdrückung und Diskriminierung.
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7. Grad: corda branca (weiße Kordel)
Ist die Kordel des Meisters. Die Farbe des Friedens, die alle Farben des Spektrums in sich vereinigt. Steht für einen Capoeirista, der in sich selbst ruht und es nicht mehr nötig hat sich mit anderen zu messen.
